Eine der ältesten Heilmethoden der Menschheit
Schröpfen verbindet Kulturen, Religionen und Jahrtausende. Von Mesopotamien bis zur prophetischen Tradition, von der TCM bis ins heutige Berlin – eine Reise durch über 5.000 Jahre Heilkunst.

Eine Tradition durch die Jahrtausende
- ~3300 v. Chr.
Mesopotamien
Erste Hinweise auf Schröpfen finden sich bei den Sumerern. Tonkrüge wurden zur Behandlung von Schmerzen eingesetzt – die Methode ist damit eine der ältesten dokumentierten Heilanwendungen der Menschheit.
- ~1550 v. Chr.
Altes Ägypten
Der berühmte Papyrus Ebers, eine medizinische Schriftrolle, beschreibt das Schröpfen als bewährte Therapie. Aus dieser Zeit stammen auch Wandmalereien mit deutlich erkennbaren Schröpfköpfen.
- ~400 v. Chr.
Antikes Griechenland – Hippokrates
Hippokrates, der „Vater der Medizin", empfahl Schröpfen u. a. bei innerer Unruhe, Menstruationsbeschwerden und Verdauungsproblemen. Der Schröpfkopf war so prägend, dass er bis heute Symbol vieler Apotheken ist.
- Tradition
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM (Bá guàn fá) ist Schröpfen seit über 2.000 Jahren fester Bestandteil. Es soll Stagnation lösen und den Energiefluss (Qi) wiederherstellen – häufig kombiniert mit Akupunktur und Kräuterheilkunde.
- Tradition
Ayurveda – Indien
Auch im klassischen Ayurveda wird das Schröpfen unter dem Namen Raktamokshana eingesetzt – als eine Form der reinigenden Behandlung im Rahmen der Panchakarma-Therapien.
- 7. Jahrhundert
Islamische Tradition · Sunnah
In der prophetischen Tradition nimmt Hijama eine besondere Stellung ein. Überliefert ist, dass der Prophet Muhammad ﷺ sie selbst praktizierte und empfahl – mit ausdrücklichem Hinweis auf bestimmte Tage des Mondmonats. Hijama gilt damit nicht nur als Heilanwendung, sondern als Teil einer ganzheitlichen, gesegneten Lebensführung.
Tage 17 · 19 · 21 des Mondmonats - Mittelalter
Europa & Arabische Medizin
Ibn Sīnā (Avicenna) systematisierte das Wissen über Schröpfen in seinem „Kanon der Medizin". Über islamische Gelehrte gelangte die Methode zurück nach Europa, wo Bader und Wundärzte sie jahrhundertelang praktizierten.
- Heute
Moderne Wiederentdeckung
Mit den Olympischen Spielen 2016 rückte Schröpfen weltweit in den Fokus – sichtbar an den Spuren auf den Schultern vieler Spitzensportler. In Praxen, Studios und im Wellness-Bereich erlebt es eine globale Renaissance.
Drei klassische Schröpf-Methoden
Nass-Hijama
Die klassische Methode der Sunnah: nach dem Setzen der Gläser werden feine, oberflächliche Einschnitte gemacht, um schädliche Stoffe sanft aus dem Gewebe zu lösen.
Trockenes Schröpfen
Hier bleiben die Gläser geschlossen – durch das Vakuum entsteht ein Sog, der Durchblutung anregt und Verspannungen löst, ganz ohne Hautöffnung.
Feuer-Schröpfen
Eine Variante aus der TCM: eine kurze Flamme im Glas erzeugt das Vakuum. Heute meist nur noch in traditionellen Anwendungen außerhalb des Sunnah-Kontextes.
Hijama in der prophetischen Heilkunde
In den Überlieferungen (Aḥādīth) wird berichtet, dass der Prophet Muhammad ﷺ Hijama selbst anwenden ließ und sie als eine der besten Heilmethoden bezeichnete.
„Die beste Behandlung, mit der ihr euch behandelt, ist Hijama."
Besonders empfohlen wurden dabei der 17., 19. und 21. eines islamischen Mondmonats. Diese Tage gelten in der Tradition als gesegnete Zeitpunkte für die Anwendung.
Hinweis: Hadithe sind sinngemäß wiedergegeben. Für eine vertiefte religiöse Auseinandersetzung wende dich bitte an qualifizierte Gelehrte. Hijama ersetzt keine ärztliche Behandlung.
Eine alte Tradition – mit modernster Hygiene
Bei ETAF Hijama Wellness in Berlin verbinde ich die Weisheit dieser jahrtausendealten Tradition mit den heutigen Standards an Sicherheit und Sauberkeit – ausschließlich für Frauen, in einem geschützten Raum.
